Von der Ostsee bis zur tschechischen Grenze erstreckt sich das mittlerweile grüne Band der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West. Wo bis zum Ende der 80ger Jahre der “Todesstreifen” verlief und vom Menschen gemieden war, findet sich jetzt ein “grünes Band” , in dem die Natur die Wunden geheilt hat, die der Mensch ihr zugefügt hat. Die Zäune, Kfz-Sperrgräben, Bunkeranlagen und Wachtürme waren ja in den frühen 90ern schon nahezu komplett abgebaut worden. Heute erkennt man meist nur noch die Kolonnenwege mit den charakteristischen zweispurigen Lochplatten. Allerdings finden sich auch heute noch Stelen, Mahnmale, vereinzelte Bauwerke, die erhalten geblieben sind, um die Erinnerung an diese Grenze zu wahren. ![]()
Hier verläuft auch der “Iron Curtain Trail”. Ein mit EU-Mitteln geförderter Fahrradweg durch das ehemalige Sperrgebiet, an dem man auf jedem Kilometer erleben kann, wie die Natur die Einschnitte überwachsen hat, und auf dem man auch der Erinnerung nachgehen kann an das Leben an und mit dieser Grenze.
Von Travemünde/Priwall bis nach Dömitz führt dieser Radweg an der Landesgrenze des heutigen Mecklenburg-Vorpommern entlang. Von Norden nach Süden erfährt man hier den Ratzeburger See und das Biosphärenreservat Schaalsee, den Naturpark Lauenburgische Seenplatte und von Lauenburg bis Dömitz entlang der Elbe. Interessante Stationen sind unter anderem das Zollhaus-Museum in Lübeck-Schlutup, das Grenzhus in Schlagsdorf, das Paalhus in Zarrentin, das Elbbergmuseum in Boizenburg, aber ebenso die vielen Hinweise auf geschleifte Dörfer wie Bardowieck und Lankow.
Hilfreich zur Vorbereitung einer solchen Fahrradtour mag das bikeline- Radtourenbuch zum “Iron curtain trail” sein, das Michael Cramer verfasst hat – auf dessen Idee auch die Initiative zu diesem Radweg zurückgeht. Das Buch ist 2007 im Verlag Esterbauer erschienen.
Geschrieben von service in Sehenswertes, Westmecklenburg um 4:48 PM GMT-2


