In Schwerin sitzen jetzt auch die Nazis von der NPD im Landtag. Während der weitaus größte Teil der Einwohner des Landes darauf wartet, das sich diese Fraktion als ähnlicher Spuk erweist wie schon in Sachsen, erklingt in Schwerin wieder Musik, die in den 30er Jahren schon einmal verboten war.
Aldo Finzi, Erwin Schulhoff, Edwin Geist und Rudolf Karel sind einige der Komponisten, deren Werke in der Weimarer Republik der 20er Jahre noch zu den beliebteren Stücken in Konzerthallen und Musiktheatern gehörten. Von den Nazis wurden sie verfolgt, weggesperrt und ermordet, ihre Musik war verboten.
Der Wettbewerb “Verfemte Musik”, der jetzt zum vierten Mal in Schwerin stattfindet, stellt einen Teilnehmerrekord auf: 64 Musiker aus 16 Ländern wollen hier auftreten. Das Festival wird vom Schweriner Konservatorium initiiert und vom Landesverband Jeunesses Musicales veranstaltet, nicht nur um diese fast vergessene Musik wieder populärer zu machen, sondern auch, um einen Zugang zur Geschichte zu eröffnen und Brücken zur Verständigung zu bauen.
Dazu gibt es Begegnungen mit Zeitzeugen, Vorträge und Ausstellungen sowie Filme – und natürlich Konzerte. Vielleicht besonders spannend: Coco Schumann, der in den 30ern als Jazzmusiker Swing gespielt hat – und viel später als erster deutscher Musiker eine elektrisch verstärkte Gitarre gespielt hat.
Das Festival läuft noch bis zum 1. Oktober. Karten sind im Vorverkauf für 3 bis 15 Euro an der
Kasse des Staatstheaters, bei der Tourist-Information am Markt und bei den Stadtwerken Schwerin (nur für das Konzert mit Coco Schumann) erhältlich. Ein Projektticket in Höhe von 48 Euro (ermäßigt 38 Euro) gibt es beim Konservatorium Schwerin, Puschkinstraße 13, 19055 Schwerin.
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